HausSicher_01_01_00_00_26_0126 Hausbesuche sicher gestalten
Handlungsmöglichkeiten für kritische Situationen im häuslichen Umfeld und bei außerklinischen Tätigkeiten im direkten Kontakt mit forensischen Personen entwickeln
Mitarbeitende im Maßregelvollzug und insbesondere bei außerklinischen Einsätzen bewegen sich in einem besonderen Spannungsfeld: Auf der einen Seite sind Beschäftigte in der Forensik in einer beratenden, unterstützenden Funktion für untergebrachte Personen tätig, besonders in der Rehabilitationsphase, bei der Vorbereitung der Langzeitbeurlaubung und der Entlassung aus dem Maßregelvollzug. Auf der anderen Seite sind sie im LZU und in der FNA mit Kontrollfunktionen betraut. Dieses Spannungsfeld birgt Konfliktpotential, besonders bei Nichteinhaltung von Auflagen und Regeln sowie Suchtmittelrückfällen und delinquentes Verhalten. Konflikte, Grenzüberschreitungen, unerwartete Verhaltens- und Einsichts-änderungen oder gar eskalierende Situationen können die Beschäftigten vor besondere unerwartete Herausforderungen stellen. Ängste und Unsicherheiten im Zusammenhang mit Außeneinsätzen und besonders bei der Alleinarbeit außerhalb der Klinik werden im Arbeitsalltag nicht immer offen thematisiert. Das Seminar bietet deshalb einen geschützten Rahmen, um eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Wahrnehmungen zu reflektieren.
Abschließend haben Sie die Möglichkeit, Fälle aus der eigenen Praxis und eigene Erfahrungen in praxisnahen Rollenspielen zu erproben, eigenes Verhalten zu reflektieren und Handlungsroutinen zu entwickeln. Das Seminar verbindet fachlichen Input (Vorstellung Konzept „Hausbesuche sicher gestalten“, LZU-Vertrag, Calima-App), gemeinsamen Erfahrungsaustausch, Fallarbeit, Selbstreflexion und praxisorientierte Übungen.
Lernziele
Nach dem Seminar können Teilnehmende:
- potentielle Risiken bei Hausbesuchen im forensischen Kontext frühzeitig wahrnehmen, und Gefahren minimieren
- Hausbesuche, Außentermine, Kriseninterventionen und Rückführungen unter Berücksichtigung relevanter Sicherheitsaspekte für Beschäftigte strukturiert vorbereiten und durchführen
- auch in angespannten Situationen handlungssicher auftreten,
- adäquate Kommunikations- und Deeskalationsstrategien einsetzen, Handlungsoptionenentwickeln, wenn Situationen außer Kontrolle geraten und potentielle Gefahr droht
- Erfahrungen aus dem Seminar auf die eigene Tätigkeit in der forensischen Nachsorge übertragen
- konkrete und im beruflichen Alltag standardisierte Vorgehensweisen für die Durchführung von Einsätzen außerhalb der Klinik werden gemeinsam im Seminar entwickelt, um den gesetzlichen Auftrag (StrUG NRW) unter Einhaltung sicherheitsrelevanter Aspekte für Beschäftige durchführen zu können.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich insbesondere an Mitarbeitende aus dem Maßregelvollzug, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Hausbesuche, Außentermine, Kriseninterventionen oder Rückführungen durchführen und im direkten Kontakt mit forensischen Personen außerhalb der Klinik tätig sind.
Inhalte
- Wie kann ich mich auf einen Hausbesuch und außerklinische Einsätze vorbereiten?
- Was kann ich tun, um meine eigene Sicherheit vor und während des Besuchs erhöhen? Wie erkenne ich frühzeitig potentielle Risiken, und welche Handlungs-optionen habe ich, wenn eine Situation anders verläuft als geplant oder gar eskaliert?
- Die Teilnehmenden setzen sich intensiv damit auseinander, wie sie grenzüberschreitend oder bedrohlich erlebtes Verhalten frühzeitig erkennen, situativ einordnen und deeskalierend angemessen reagieren können.
- Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeiten sollen geschärft sowie Handlungssicherheiten und Interventionsoptionen gemeinsam erarbeitet werden.
Zielgruppen
- Assistenzkräfte
- Beschäftigte aus den sozialen Diensten
- Sozialarbeiter:innen
Möglichkeiten der Verpflegung
Für die Verpflegung werden Kaffee, Tee und Kaltgetränke vor Ort angeboten. Bitte bedenken Sie, dass ein Mittagessen von uns nicht gestellt wird. Sie haben die Möglichkeit, auf eigene Kosten in der Kantine vor Ort zu essen.Referentin / Referent