Tier_01_01_00_00_26_0123 Tierstützte Interventionen im Maßregelvollzug
Tiergestützte Interventionen gewinnen in verschiedenen Versorgungsbereichen zunehmend an Bedeutung – insbesondere auch in forensischen Settings. Die geplante Veranstaltung widmet sich den Grundlagen tiergestützter Interventionen und beleuchtet deren spezifische Relevanz, Möglichkeiten und Anforderungen im forensischen Kontext. Ziel ist es, einen praxisnahen Überblick über das Feld zu bekommen und die zentralen Rahmenbedingungen kennenzulernen, die für eine fachlich fundierte und verantwortungsvolle Implementierung erforderlich sind.
Im ersten Teil werden Grundlagen tiergestützter Interventionen vermittelt: Begriffe, Zielsetzungen, Wirkannahmen sowie Abgrenzungen zu angrenzenden Konzepten (z.¿B. tierbasierte Aktivität vs. therapeutische bzw. rehabilitative Intervention). Anschließend werden verschiedene Formen tiergestützter Intervention systematisch vorgestellt. Dabei stehen insbesondere Indikationsbereiche, Settings (Einzel- vs. Gruppensettings), Angebotsstruktur (begleitend vs. strukturiertes Programm) und typische Einsatzmöglichkeiten in forensischen Einrichtungen im Fokus. Ergänzend werden ethische und fachliche Fragen behandelt, darunter der Umgang mit Verantwortung, Risiken, Hygiene- und Sicherheitsaspekten sowie die Bedeutung geeigneter Tier-Mensch-Konstellationen.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt liegt auf Tierethik und dem Prinzip des Animal Welfare (Tierschutz/Umgangsqualität) in der tiergestützten Arbeit. Darüber hinaus werden folgende Fragen beantwortet: Welche fachlichen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, wie sind Rollen und Zuständigkeiten zu definieren, und welche Koordinations- sowie Qualitätsstandards sind sinnvoll? Ergänzend werden relevante Aspekte von Antrags- und Genehmigungsverfahren adressiert. Dazu gehören u.¿a. die Darstellung notwendiger Konzepte und Nachweise, die organisatorische Einbettung in bestehende Strukturen sowie die Anforderungen an Dokumentation, Evaluation und fortlaufende Qualitätssicherung.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte sowie an alle patientennah Arbeitende, die sich einen strukturierten Einstieg in die Thematik erarbeiten möchten. Am Ende sollen die Teilnehmenden tiergestützte Interventionen in forensischen Settings fachlich einordnen können und die wesentlichen Schritte für eine rechtssichere, sichere und wirksame Implementierung – unter besonderer Berücksichtigung von Tierethik und Animal Welfare – verstehen.
Inhalte
- Grundlagen tiergestützter Interventionen
- Formen tiergestützter Intervention am Beispiel Maßregelvollzug
- Tierethik und das Prinzip des Animal Welfar (Tierschutz/ Umgangsqualität)
- Notwendigkeiten bei der institutionellen Implementierung (fachliche Voraussetzungen, Rollen und Zuständigkeiten, Antrags- und Genehmigungsverfahren)
Bitte beachten!
Die Veranstaltung „Hundgestützte Täterarbeit im Maßregelvollzug“ am 24.11.2026 digital von 09:00 bis 14:00 Uhr baut inhaltlich auf dieser Veranstaltung auf! Bitte buchen Sie diese unter: https://lwl-afops-bildungsportal.de/fortbildung/hundgestuetzte-taeterarbeit-im-massregelvollzug_858Zielgruppen
- Alle Mitarbeitenden aus allen Bereichen des LWL-Maßregelvollzugs
- Alle patientennah Arbeitenden